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W 48 Artilleriegranate 155
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Die Haubitze M 109 konnte zwar auch konventionelle
Granaten verschießen, im Ernstfall wäre aber der Einsatz von
Nukleargranaten deutlich wahrscheinlicher gewesen. Hierfür war der W 48
Sprengkopf (72 T) vorgesehen.
Der Einsatz als Nukleargranaten Artillerie wäre für
die Planungen ideal gewesen. Durch die große Reichweite konnten
Truppenansammlungen und Verbände gepanzerter Fahrzeuge aus großer
Entfernung mit hoher Treffgenauigkeit bekämpft werden.
Da die Abschirmung der Panzer gegen radioaktive Strahlung nicht
besonders gelungen war, hätte der Einschlag einer W 48 in einem Radius
von etwa 1 Kilometer alleine durch die Strahlung auch in einem Panzer
sitzende feindliche Soldaten getötet.
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- Motorleistung: 298 kW (405 PS)
- Gewicht: ca. 25t
- Höchstgeschwindigkeit: 56 km/h
- Fahrbereich: 350 km
- Geschützgruppe: 6
- Bewaffnung: Kaliber 155 mm
- Kampfentfernung: bis 24700 m
Kadenz: 6 Schuß/Min.
- Munition: Konventionell, A und
C
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Wie streng selbst die
Freigabe von im Vergleich "harmlosen" Nukleargrananten geregelt war,
schildert folgende Aussage anlässlich eines Interviews:
"... ab etwa 1970 begannen wir (die US Army, d.V.)
nukleare Munition nach hinten in spezielle Hochsicherheitsbereiche zu
verlagern. Gründe waren u. a. Gefahren durch Terroristen, aber auch die
gesunkene Gefahr eines überraschenden Erstschlags durch die Sowjetunion.
Jede Artillerie und Pionier -Einheit die mit Nuklearwaffen zu tun hatte,
verfügte über hoch spezialisierte Teams die rund um die Uhr bereit waren
"ihre" Sondermunition in Empfang zu nehmen. Diese wurde 3/4 des Weges
nach vorne gebracht (in die FWD Depots d.V.) und übernommen; dies wurde
mindestens einmal pro Vierteljahr geprobt und es war ein Riesenärger,
wenn die Einheit diese Tests nicht bestand.
Die
Erlaubnis zum Verschuß dieser Munition wurde auf USAREUR und Washington
DC Level erteilt; im Spannungsfall ging der Level herunter auf Korps
Ebene.
Aber selbst dann waren die Umstände klar definiert, unter denen diese
Munition eingesetzt werden durfte, etwa wenn US Einheiten eingeschlossen
waren, nicht abzuwehrenden Feindeinbrüchen etc...".
Siehe auch:
Munitions Depot Großenlüder
Quellen:
Bild W 48 Brooks Universität
Bild M 109 US Army
Auskünfte Artillerieoffz. der US Streitkräfte
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