Allgemein
 

Home Up B und C Waffen Allgemein Davy Crocketts LANCE PERSHING NIKE M 109 Mini A-Bomben

 

Home
Up

Es soll hier nochmals darauf hingewiesen sein dass der Einsatz von atomaren und chemischen Waffen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit erfolgt wäre; eher fraglich ist, ob auch Bakteriologische Waffen eingesetzt worden wären. Dafür haben wir keine Hinweise
Die vorliegenden Unterlagen lassen keinen Zweifel daran, dass im Falle einer Auseinandersetzung folgendes geschehen wäre.

Szenario der Osten greift an:

Es war erkennbar, dass den Nato Truppen eine erhebliche Übermacht der Warschauer Paktstaaten gegenüberstand. Zumindest in der Anfangsphase wäre es für die zahlenmäßig unterlegenen Verteidiger schwierig bis unmöglich gewesen den Vormarsch wie geplant 3 Tage (möglichst grenznah) aufzuhalten. So lange hätte eine Heranführung von Verstärkungstruppen der USA, wie sie in den REFORGER (REurn FOR GERmany - zurück nach Deutschland) Manövern geübt wurde, gedauert.

Der Einsatz von atomaren Mitteln war fester Bestandteil der westlichen Planung, auch wenn dies gerne anders dargestellt wird. Vorrangig betraf dies den Einsatz von ADM (Atomic Demolition Munition), wodurch mechanisch eine wesentlich breitere Blockierung als durch kon-ventionelle Sprengungen von Straßen etc. erreicht wurde, ganz abgesehen von der radioaktiven Verseuchung die es feindlichen Truppen zusätzlich erschwert hätte weiter vorzumarschieren.

 

Im NATO Einsatzplan (Operations Plan) 33001 General Defense Plan des V. AK USA (zuständig für das Fulda GAP) steht bspw. unter "Ausführung und Planungen":

... Nach dem Empfang der Freigabemitteilung zum Einsatz von Kernminen (ADM) hat das V. AK USA Kernminen mit dem Ziel einzusetzen Hindernisse zu schaffen die den Angriff der gegnerischen Streitkräfte behindern, verzögern oder unterbrechen und den Gegner zu einer solchen Konzentration seiner Kräfte und Mittel zu zwingen dass seine rasche Zerschlagung durch Angriffe mit konventionellen oder Kernwaffen verwirklicht werden kann ...

Nach den vorliegenden Kräfteverhältnissen und nach Gesprächen mit amerikanischen Angehörigen des V Korps darf es als sicher gelten, dass sowohl der Einsatz von ADM als auch von taktischen Atomwaffen fest eingeplanter Faktor war.

Spezielle von den US Truppen angelegte Sprengschächte waren für die Aufnahme dieser ADM (Kernminen) vorgesehen (Der Plan eines "Atomminengürtels" wurde aber bereits ab spätestens den End- Sechzigern fallengelassen). Im Gegensatz zur konventionellen Version befanden sich die dafür vorgesehenen Kernminen NICHT in der Nähe in Bunkerdepots. Hier sind die Informationen, wie sie in den 70ern und 80ern durch die Friedensbewegung geisterten völlig falsch, und klingen heute fast amüsant, wäre nicht der ernste Hintergrund:

... Ich erinnerte mich, daß die Ostermarschbewegung entstanden ist über den Plan der Nato, entlang der Grenze zur DDR den Atomminengürtel zu bauen, es hieß, dass überall Schächte gebaut werden, die mit Atombomben geladen sind, für den Fall einer Aggression. Aus der Ostermarschbewegung hatte sich die ganze Studentenbewegung entwickelt. Diese Strategie des Atomminengürtels hieß in der Nato massive strike ...

Als die Ostermarschbewegung gerade am Laufen war, wurde plötzlich die Strategie des damals noch kalten Krieges, die auf dem massive strike beruhte, durch die Strategie der flexible response ersetzt. Mit einem anderen Begriff wurde den Leuten sozusagen der Wind aus den Segeln genommen. Man entschied aus politisch - strategischen Gründen, daß der kalte Krieg abgemeldet war, dass man den massive strike nicht mehr brauchte. Die Marschierer sollten von der Straße runter. Auch den Atomminengürtel brauchte man jetzt nicht mehr. "Da gab's doch damals diese Sache mit dem Atomminengürtel", sagte ich tastend. "Nein", antwortete er, "den gibt's ja nicht.
Die Schächte, die wir dafür gebaut haben, sind nicht geladen, die sind leer." - "Dann ist es doch okay", sagte ich, "dann braucht man sich auch keine Sorgen zu machen." Aber Rudi Schrimpf sprach weiter: "Die Atome liegen da zwar nicht drin, die liegen aber immer ein paar Kilometer weiter, in den Wasserwerken." - "Was für Wasserwerke denn um Himmels willen?" - "Seit sieben Jahren mache ich eine Eingabe nach der anderen, weil diese Wasserwerke nicht sicher sind, dort drin sind die Atome", sagte Rudi Schrimpf. "Im Ernstfall kommen sie in die Schächte rein." - "Was heißt nicht sicher?" "Da kommen oben Entlüftungsschächte raus", sagte er, "weil das immer eine ganz bestimmte Raumtemperatur haben muß.
Deswegen mache ich auch die Eingaben, die kann man ja hochjagen." - "Das gibt es doch gar nicht", sagte ich, "diese Dinger sind doch nur zu zünden mit einem bestimmten Zündmechanismus." - "Aber die kannst du doch sprengen", sagte Rudi Schrimpf, "denn da liegen auch andere Sprengköpfe drin, konventionelle. Ich bin Techniker. Wenn man die von oben durch den Luftschacht zündet - stell dir mal vor, da kommen irgendwelche Leute und tun das -, dann explodiert das. Das ist natürlich keine Atombombenexplosion, aber dann reißen die Dinger auseinander, der Mantel reißt auseinander, und das ganze Gebiet ist verseucht, und zwar ein riesengroßes Gebiet. Über dem xxxxxxx Tunnel ist auch so ein Wasserwerk, ein Depot", sagte Rudi Schrimpf lakonisch, "da ist ja schon mal zwei Kilometer im Umkreis das Gras verbrannt, die Dinger haben abgestrahlt.
Seit das passiert ist, kommt alle zwei Tage eine Natostreife, das ist einer von der Bundeswehr mit einem Strahlenabzeichen an der Jacke, und einer von der amerikanischen Armee, denn die gehören den Amerikanern; sie gehen um die Wasserwerke rum und prüfen mit dem Geigerzähler, ob die Dinger strahlen...*

Wie man sieht vermischen sich hier Gerüchte mit Realität, die Sperrmittelhäuser der Wallmeister werden zu Atomminenlagern.
(In Wahrheit lagerten ADM bis zu einer bestimmten Anzahl und Größe und entgegen den Versicherungen der US Streitkräfte häufiger direkt bei den Einheiten, so bspw. auch direkt in Fulda.)

An die Auslösung der Atomminen hätten sich direkt und ebenso sicher Schläge mit LANCE Kurzstreckenraketen angeschlossen... was sich daraus ergeben hätte mag sich jeder selbst ausmalen. Jedenfalls wurde bei allen "Planspielen" und Manövern, die im Atombunker der Bundesregierung stattfanden am Ende Kernwaffeneinsätze befohlen.
Aber auch im umgekehrten Fall war dies vorgesehen. Kernwaffen waren allgegenwärtig.

Einsatzpläne DDR. Nukleare Planung auch hier

* Aus "Die Eingeweide der SPD", Erzählungen von der oberhessischen Basis von Jörg Schröder.