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Es soll
hier nochmals darauf hingewiesen sein dass der Einsatz von atomaren und
chemischen Waffen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit
erfolgt wäre; eher fraglich ist, ob
auch Bakteriologische Waffen eingesetzt worden wären. Dafür haben wir
keine Hinweise
Die vorliegenden Unterlagen lassen keinen Zweifel
daran, dass im Falle einer Auseinandersetzung folgendes geschehen wäre.
Szenario der Osten greift an:
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Es
war erkennbar, dass den Nato Truppen eine erhebliche Übermacht der
Warschauer Paktstaaten gegenüberstand. Zumindest in der Anfangsphase
wäre es für die zahlenmäßig unterlegenen Verteidiger schwierig bis
unmöglich gewesen den Vormarsch wie geplant 3 Tage (möglichst grenznah)
aufzuhalten. So lange hätte eine Heranführung von Verstärkungstruppen
der USA, wie sie in den REFORGER (REurn FOR GERmany - zurück nach
Deutschland) Manövern geübt wurde, gedauert.
Der Einsatz von atomaren Mitteln war fester
Bestandteil der westlichen Planung, auch wenn dies gerne anders
dargestellt wird. Vorrangig betraf dies den Einsatz von ADM (Atomic
Demolition Munition), wodurch mechanisch eine wesentlich breitere
Blockierung als durch kon-ventionelle Sprengungen von Straßen etc.
erreicht wurde, ganz abgesehen von der radioaktiven Verseuchung die es
feindlichen Truppen zusätzlich erschwert hätte weiter vorzumarschieren.
Im NATO Einsatzplan (Operations Plan) 33001 General Defense Plan des
V. AK USA (zuständig für das Fulda GAP) steht bspw. unter "Ausführung
und Planungen":
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... Nach dem Empfang der Freigabemitteilung zum Einsatz von
Kernminen (ADM) hat das V. AK USA Kernminen mit dem Ziel einzusetzen
Hindernisse zu schaffen die den Angriff der gegnerischen Streitkräfte
behindern, verzögern oder unterbrechen und den Gegner zu einer solchen
Konzentration seiner Kräfte und Mittel zu zwingen dass seine rasche
Zerschlagung durch Angriffe mit konventionellen oder Kernwaffen
verwirklicht werden kann ...
Nach den vorliegenden Kräfteverhältnissen und nach Gesprächen mit
amerikanischen Angehörigen des V Korps darf es als sicher gelten, dass
sowohl der Einsatz von ADM als auch von taktischen Atomwaffen fest
eingeplanter Faktor war.
Spezielle
von den US Truppen angelegte Sprengschächte waren für die Aufnahme dieser ADM
(Kernminen) vorgesehen (Der Plan eines "Atomminengürtels" wurde aber
bereits ab spätestens den End- Sechzigern fallengelassen). Im Gegensatz zur konventionellen Version
befanden sich die dafür vorgesehenen Kernminen NICHT in der Nähe in
Bunkerdepots. Hier sind die Informationen, wie sie in den 70ern und
80ern durch die Friedensbewegung geisterten völlig falsch, und klingen
heute fast amüsant, wäre nicht der ernste Hintergrund:
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... Ich erinnerte mich, daß die
Ostermarschbewegung entstanden ist über den Plan der Nato, entlang der
Grenze zur DDR den Atomminengürtel zu bauen, es hieß, dass überall
Schächte gebaut werden, die mit Atombomben geladen sind, für den Fall
einer Aggression. Aus der Ostermarschbewegung hatte sich die ganze
Studentenbewegung entwickelt. Diese Strategie des Atomminengürtels hieß
in der Nato massive strike ...
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Als die Ostermarschbewegung gerade am Laufen war,
wurde plötzlich die Strategie des damals noch kalten Krieges, die auf
dem massive strike beruhte, durch die Strategie der flexible response
ersetzt. Mit einem anderen Begriff wurde den Leuten sozusagen der Wind
aus den Segeln genommen. Man entschied aus politisch - strategischen
Gründen, daß der kalte Krieg abgemeldet war, dass man den massive strike
nicht mehr brauchte. Die Marschierer sollten von der Straße runter. Auch
den Atomminengürtel brauchte man jetzt nicht mehr. "Da gab's doch damals
diese Sache mit dem Atomminengürtel", sagte ich tastend. "Nein",
antwortete er, "den gibt's ja nicht. Die Schächte, die wir dafür gebaut haben, sind nicht geladen, die sind
leer." - "Dann ist es doch okay", sagte ich, "dann braucht man sich auch
keine Sorgen zu machen." Aber Rudi Schrimpf sprach weiter: "Die Atome
liegen da zwar nicht drin, die liegen aber immer ein paar Kilometer
weiter, in den Wasserwerken." - "Was für Wasserwerke denn um Himmels
willen?" - "Seit sieben Jahren mache ich eine Eingabe nach der anderen,
weil diese Wasserwerke nicht sicher sind, dort drin sind die Atome",
sagte Rudi Schrimpf. "Im Ernstfall kommen sie in die Schächte rein." -
"Was heißt nicht sicher?" "Da kommen oben Entlüftungsschächte raus",
sagte er, "weil das immer eine ganz bestimmte Raumtemperatur haben muß.
Deswegen mache ich auch die Eingaben, die kann man ja hochjagen." - "Das
gibt es doch gar nicht", sagte ich, "diese Dinger sind doch nur zu
zünden mit einem bestimmten Zündmechanismus." - "Aber die kannst du doch
sprengen", sagte Rudi Schrimpf, "denn da liegen auch andere Sprengköpfe
drin, konventionelle. Ich bin Techniker. Wenn man die von oben durch den
Luftschacht zündet - stell dir mal vor, da kommen irgendwelche Leute und
tun das -, dann explodiert das. Das ist natürlich keine
Atombombenexplosion, aber dann reißen die Dinger auseinander, der Mantel
reißt auseinander, und das ganze Gebiet ist verseucht, und zwar ein
riesengroßes Gebiet. Über dem xxxxxxx Tunnel ist auch so ein Wasserwerk,
ein Depot", sagte Rudi Schrimpf lakonisch, "da ist ja schon mal zwei
Kilometer im Umkreis das Gras verbrannt, die Dinger haben abgestrahlt.
Seit das passiert ist, kommt alle zwei Tage eine Natostreife, das ist
einer von der Bundeswehr mit einem Strahlenabzeichen an der Jacke, und
einer von der amerikanischen Armee, denn die gehören den Amerikanern;
sie gehen um die Wasserwerke rum und prüfen mit dem Geigerzähler, ob die
Dinger strahlen...*
Wie man sieht vermischen sich hier Gerüchte mit
Realität, die Sperrmittelhäuser der Wallmeister werden zu Atomminenlagern.
(In Wahrheit lagerten ADM bis zu
einer bestimmten Anzahl und Größe und entgegen den Versicherungen der US
Streitkräfte häufiger direkt bei den Einheiten, so bspw. auch direkt in Fulda.)
An die Auslösung der Atomminen hätten sich direkt und
ebenso sicher Schläge mit LANCE Kurzstreckenraketen angeschlossen... was
sich daraus ergeben hätte mag sich jeder selbst ausmalen. Jedenfalls
wurde bei allen "Planspielen" und Manövern, die im Atombunker der
Bundesregierung stattfanden am Ende Kernwaffeneinsätze befohlen.
Aber auch im umgekehrten Fall war dies vorgesehen.
Kernwaffen waren allgegenwärtig.
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Einsatzpläne DDR. Nukleare
Planung auch hier |
* Aus "Die Eingeweide der SPD", Erzählungen von der
oberhessischen Basis von Jörg Schröder.
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