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Im
Landkreis Südwestpfalz gab es neben etlichen oberirdischen Depots der US
Army auch unzählige unterirdische Stollenanlagen, welche zur Lagerung
von allen möglichen Dingen dienten. Diese Stollen wurden bereits in den
30er-Jahren von RAD und Wehrmacht errichtet und waren im Konzept des
Westwalls – der einstigen Westbefestigung des Deutschen Reiches fest
eingebunden.
Nach dem 2. Weltkrieg wurde
der Westwall mitsamt etlicher Stollenanlagen „desarmiert“. Viele Stollen
blieben davon verschont, andere wurden komplett gesprengt. In den
50er-Jahren hatte die US Army sowie die noch junge Bundeswehr Interesse
an der Nutzung dieser Stollenanlagen.
Einige der Stollen wurden
bereits nach geringfügigen Bauarbeiten als Lagerorte für
Gefechtsfeldverpflegung der US Army verwendet, den sog. „C-Rations“.
Andere Stollenanlagen mussten hingegen aufwendig hergerichtet werden,
dazu gehören unter anderem die Hohlgangsysteme „Buchwäldchen“ und
„Wahlbacher Hof“, welche sich bei Zweibrücken befanden. Diese waren
massiv versprengt und wurden auch nur teilweiße wieder hergerichtet.
Zwischen 1950 und 1993 wurden von der US Army und der Bundeswehr
insgesamt 36 Stollen genutzt, der größte Teil davon als Lager für
Verpflegung, Ersatzteile, Betriebsstoffe, Sanitätsmaterial und ein
kleiner Teil auch für die Lagerung von Waffen und Munition.
In Ruppertsweiler und
Kindsbach bei Kaiserslautern entstanden NATO-Kommandozentralen aus
einstigen Divisionsgefechtsständen der Wehrmacht. In Massweiler war bis
in die 60er-Jahre das einzige offiziell bekannte unterirdische
Sonderwaffenlager in Deutschland. Es gibt zwar Gerüchte, das bis 1960 in
anderen Stollenanlagen Sonderwaffen lagerten (u.a. Dahn und
Dellfeld-Falkenbusch), diese konnten jedoch noch nicht bestätigt werden.
Nach dem Kalten Krieg bestand kein Bedarf mehr für diese
Lagerkapazitäten und die Stollen gingen an die Grundstückeigner bzw. an
die Bundesrepublik zurück.
Stollenanlage "Buchwäldchen"
Stollenanlage "Wahlbacher Hof"
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