WK II Grebenhain
 

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1936 wurde im Oberwald bei Grebenhain mit dem Bau einer Luftwaffenmunitionsanstalt begonnen. In den oberirdisch errichteten Bunkern sollten Flakmunition und Bomben (zuerst bis 1000 Kg.) untergebracht werden. In sehr kurzer Zeit entstanden 64 Munitions- und 4 Zünderbunker sowie vier Laborierhäuser für Munitionierungsarbeiten  (Bauphase 1).
Aus Tarnungsgründen nannte man diese Luftmuna "Hartmannshain", obwohl sie unmittelbar neben Grebenhain liegt. Innerhalb dieser Muna verbanden 64 Km Straßen die einzelnen Bunker und Gebäude, die gesamte Anlage umfasste 500 Morgen Land. Neben den Bunkern entstanden Werkstätten wie Schlosser- und Tischlerei, es gab ein Kasino, ein Kameradschaftsheim und eine kleine Wohnsiedlung.
1940 wurde weiteres Gelände hinzugewonnen und die Anlage erweitert, sie umfasste jetzt 225 ha.; die Belegschaft war auf etwa 600 Mann angestiegen, die Bunkeranzahl auf 110 und es konnten nun Bomben bis zu 2500 Kg gelagert werden.

BLAU: Zünderbunker
GRÜN: Erstausbau
ROT: Erweiterung

Innerhalb des weitläufigen Geländes gibt es auch einige "Sehenswürdigkeiten" wie beispielsweise den "Hitlerfelsen":

Der Überlieferung zufolge hat hier Hitler bei einem Besuch Halt gemacht (siehe unten). Oben auf der Felserhöhung befinden sich noch die Fundamente einer FLAK.
Diese Luftmuna blieb den Alliierten bis März 1945 verborgen; erst da wurde durch einen ungetarnten Munitionszug, der angegriffen wurde das Geheimnis gelüftet. Die Bunker wurden dann wenige Tage später von Deutschen gesprengt.

Heute sind weite Teile des Gebietes Munitionsverseucht. Weniger durch die Sprengungen der Deutschen als dadurch, dass die USA die schweren Bomben in ganzen Haufen sprengte, wodurch Munition weithin geschleudert wurde und teilweise sogar Häuser zerstört wurden.

In den 80er Jahren wurde in einem kleinen Teil der Anlage ein NATO Versorgungsdepot eingerichtet, welches Anfang der 90er schon wieder aufgelöst wurde.
Die Anlage war von einem einfachen Zaun umfasst. Der heute zu sehende Doppelzaun wurde erst nach Aufgabe des Depots errichtet. Die meisten ehemaligen NATO Bunker sind mittlerweile an Firmen verpachtet. Das Gelände selbst ist nicht verkauft; es gehört der Gemeinde Grebenhain.
 

Im Bild:

Hitler beim Besuch eines Manövers 1937, ganz in der Nähe der Munitionsanstalt. Es ist anzunehmen, dass er diese auch besucht hat; Dokumentarische Überlieferung davon ist allerdings nicht erhalten.

Recherche: Harald Fäth mit freundlicher Unterstützung durch Wilhelm S., Grebenhain und Gemeinde Grebenhain